Psychische Störung kann zu Sorgerechtsentzug führen

Bundesverfassungsgericht Karlsruhe | 06.09.2021 | 1 BvR 1750/21

Richterhammer liegt neben einem Stapel Bücher
Richterhammer neben Stapel Bücher (Symbolbild)

Nach viermaligem Sorgerechtswechsel übertrugen die Richter des Bundesverfassungsgerichts Karlsruhe nun der Mutter eines zwölfjährigen Kindes das Sorgerecht. Nach langem Beschwerdegangs seitens der Mutter und des Vaters entschieden sich das BVG jetzt für die Seite der Mutter per einstweiliger Anordnung 1 BvR 1750/21. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Feststellung einer psychischen Erkrankung beim Vater.

Wahnhafte Störung des Vaters beeinträchtigt Kindeswohl sehr stark

Der Vater habe laut Psychologen eine wahnhafte Störung. Dies allein rechtfertigt aber kein Sorgerechtsentzug. Erst nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Vater seine Wahnvorstellungen auch am Kind auslebte, wurde eingegriffen. Er behauptete im Beisein des Kindes, dass die Mutter dem Kind auflauern werde und es dann entführen wird. Zudem ist er der Meinung, der Bundesnachrichtendienst würde ihn und das Kind abhören. Diese Aussagen reichte dem Bundesverfassungsgericht Karlsruhe aus, um eine akute psychische Kindeswohlgefährdung festzustellen und entzogen dem Vater das Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht. Die Richter des BVG wiesen jegliche Kindeswohlverletzung durch die zukünftige Sorge der Mutter zurück.

Kind muss zunächst in Kinder- und Jugendpsychiatrie

Da der Vater derartig auf die Psyche des Kindes eingewirkt hatte, soll diese zunächst in eine psychologische Einrichtung. Anschließend darf es in die Häuslichkeiten der Mutter gehen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2021/09/rk20210906_1bvr175021.html

https://www.nau.ch/news/europa/karlsruhe-kind-bleibt-vorlaufig-nicht-bei-vermutlich-psychisch-krankem-vater-66009402

One thought on “Psychische Störung kann zu Sorgerechtsentzug führen

  1. Michael M. 12/11/2022 at 16:31

    Hallo,
    mal eine Frage gilt das ebenfalls wenn die „alleinerziehende“ Mutter eine massive „Persönlichkeits Störung“ hat bzw. aufweißt?
    In Form von extremen Narzissmus und evtl. in Verbindung mit einer Boderline Störung.
    Sprich das Kind die Kinder hätten verständlicher Weise auch massiv dann darunter zu leiden.
    Und würden sich in ihrer gesunden Entwicklung (besonders in Hinsicht iher Psyche) zum Nachteil entwickeln und wären beeinträchtigt.
    Mich würde hier interssieren wie dann das Jugendamt und auch das Familiengericht dies dann bewertet?

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