Sehr Geehrte Damen u Herren,
auch ich gehöre mit 45Jahren zu den allein erziehenden Müttern eines fast 12-jährigen Kindes.
Der Vater des Kindes kümmert sich trotz mehrfacher Gespräche mit dem Jugendamt und selbst Auflagen des Gerichtes nicht um sein Kind.
5 Jahre war er überhaupt nicht da. Die übrigen Jahre nur, wenn er Lust u Laune hatte. Als das Gericht ihm das 2wöchige Umgangsrecht auferlegte, wurde er nach Beschluss 2Wochen später handgreiflich dem Kind gegenüber. Das Jugendamt entzog ihm das Umgangsrecht. Auch eine Art sich vor Verantwortung zu drücken.
Was uns als alleinerziehenden Müttern auferlegt wird, ist fern ab von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit! Ich kann nur halbtags arbeiten und mir wird daher bis auf 160 Euro alles vom Amt abgezogen. Der Unterhalt und das Kindergeld wird ebenfalls verrechnet. Während der Vater sich nun wieder 7 Monate nicht gemeldet hat, was Standard ist, trage ich alle Verantwortung allein.
Bei all dem Stress, Druck und der menschenunwürdigen Arbeit einer allein erziehenden Mutter, empfinde ich die Ohnmacht, dass der Vater keinerlei Konsequenzen erfährt das unerträglichste. Ohnmacht, also nichts ändern zu können, erzeugt Wut. Wut die eine allein erziehenden Mutter kraft abzieht. Kraft, die eh kaum mehr vorhanden ist.
Da ich hier aber nicht meine wenigen verbleibenden Kräfte nutzen möchte, um mich im Schimpfen zu üben, da ich denke, dass jede alleinerziehende Mutter einen ähnlichen weg hinter sich hat, möchte ich hier eine Lösung des Problems angeben.
Ich habe mir viele Jahre ernste Gedanken darüber gemacht. Und Schlussendlich dazu gekommen, dass leider die meisten Menschen heutzutage nur über die Schiene Geld, zur Einsicht zu bringen sind.
Ich fände es daher absolut wichtig, dass sich die Gesetze in diesem Fall ändern. Dass dadurch ein umdenken in den köpfen der Millionen Väter stattfindet, die bisher vom Gesetz unterstützt werden, auch weg bleiben zu können, da sich für sie dadurch keinerlei Konsequenzen ergeben. Bis auf den Entzug des Sorge- und Umgangsrechtes, was im Falle dieser Väter für dieselben kein Verlust, sondern eine Willkommene, oft bewusst herbei geführte Konsequenz ist.
Ich appelliere daher an Familienministerien, Politiker, Gesetzesgeber, ein Gesetz ins Leben zu rufen, dass besagt, dass beide Elternteile ab Geburt des Kindes absolut gleichberechtigt sind in Zeit u Verantwortung.
Das hieße, dass jeder Vater u jede Mutter die gesetzliche Pflicht haben, 12stunden des Tages für das Kind verantwortlich zu sein.
Jede Stunde, die der Vater dem nicht nachkommt, hat er der Frau einen Stundenlohn zu zahlen.
Wenn ich das mal auf meinen persönlichen Fall berechne, indem der Vater des Kindes, sehr entgegenkommend gesagt, 1 Jahr insgesamt, dieser 11 Jahre wirklich seine 12 Stunden Verantwortung für sein Kind getragen hat, und ihm einen Stundenlohn von 5 Euro für jede Stunde die ich für ihn seine zeitlichen Pflichten am Kind übernommen habe, dann würde sich für mich ein Einkommen von
365 tagen mal 10 Jahre= 3650 Tage,
3650Tage mal 12 Stunden= 43800 Stunden,
43 800 Stunden mal 5 Euro = 219 000 Euro
ergeben.
Diese Zahl einmal sichtbar zu machen ergibt einmal eine ganz andere Sicht. Nämlich was die Frau diesem Vater abnimmt.
Rein finanziell. Dazu kommen natürlich noch sämtliche emotionale und erzieherische, Problemlösende und all die anderen Aspekte, die eine alleinerziehende Mutter täglich am Kind leistet. Ohne jede Unterstützung, sondern vielmehr Belastung durch den fehlenden anderen Elternteil.
Ich bin der festen Überzeugung, dass erst, wenn ein Gesetz in Kraft tritt, was diese finanzielle Verpflichtung dem sich herausziehenden Elternteil auferlegt, bei den Vätern ein Umdenken stattfindet. Dabei ist es erst einmal nicht so wichtig, wie viel wirklich gezahlt wird von den Vätern an die Mütter. Es geht in erster Linie darum in den Männern ein neues Bewusstsein anzulegen, das ihnen ganz klar sagt, dass sie in der selbstverständlichen gleichen Pflicht stehen wie die Mutter. Und, dass einfach nicht kümmern eine klare Konsequenz mit sich bringt.
Nach meinem empfinden wären damit mehrere Probleme auf einmal gelöst. Frauen wären in diesem Fall aus der Ohnmacht befreit. Sogar in vielen Fällen von Hartz4. Das Kümmern der Mütter für den Vater bekäme einen Wert und wäre nicht mehr einfach selbstverständlich. Armut und permanente Geldnot der allein erziehenden Mütter wären behoben und vor allem das ewig schlechte gewissen entweder Unabhängig zu sein und Ganztags zu arbeiten, dafür aber sein Kind bis nachmittags abzuschieben, oder eben für das Kind nach der Schule da zu sein, halt zu geben, aber dafür Hartz4-Empfänger zu bleiben, dieser Konflikt wäre damit auch gelöst.
Für die Väter wäre das ein Meilenstein der Verantwortung.
Wie viele Männer würden sich vorher überlegen ein Kind in die Welt zu setzen und es dann einfach im Stich zu lassen.
In ihren Köpfen wäre von da an das klare wissen, dass sie sich, ohne Schlupfloch zu kümmern haben, oder eben zahlen müssen, so wie es im normalen Berufsleben ebenfalls gang und gäbe ist. Die Mutter übernimmt seine Arbeitszeit am Kind! Bekommt dafür einen normalen, selbstverständlichen Lohn.
Das wäre für mich Gleichberechtigung. Wertschätzung und Anerkennung der Mütterlichen und väterlichen Aufgaben und Pflichten.
Dies sollte völlig unabhängig von Sorgerecht oder Umgangsrecht Status sein. Es sollte ein Gesetz sein, dass einzig und allein bei Geburt eines Kindes, Unabhängig vom Beziehungsstand der Eltern, beide gleichsam in die Pflicht nimmt.
Natürlich denken nun einige Väter, dass sie dann halt handgreiflich werden oder dem Kind so schaden, dass die Mutter von sich aus darauf verzichtet das Kind dort beim Vater betreuen zu lassen.
In diesem Falle wäre es gut die Gesetze durch das Jugendamt so beizubehalten, dass in diesem Falle dem Vater ein Umgang verwehrt wird und er dafür der Mutter den Stundenlohn zu zahlen hat.
So findet ein klares umdenken in den Köpfen der Männer bzw. Väter statt.
Am Ende haben sie nur eine Möglichkeit. Sich gut und liebevoll um ihr Kind zu kümmern.
Ohne jedes Schlupfloch diese Verantwortung loswerden zu können.
Somit hätten sie genau das, was die Mütter seit Generationen zu tun haben und somit wären wir wirklich ein Land, in dem Gleichberechtigung nicht nur eine Phrase ist und durch die Gesetze nicht real lebbar gemacht wird. Sondern wir wären ein Land, das wirklich darin Verantwortung übernimmt und wo ganz klar ist, dass nicht nur die Mütter Qualitäten des Mannes, arbeiten, Selbstfinanzierung, Erziehung, etc. übernimmt, sondern auch der Mann frauliche Qualitäten, Erziehung, Einfühlungsvermögen, etc. übernimmt.
Und dafür sollte es dann für Männer und Väter auch Unterstützung in Form von Kursangeboten etc. geben.
Dies wäre ein weg in eine positive, gemeinsame Zukunft wo Kinder wieder Vater und Mutter haben und beide sich Verantwortung teilen.
Aber solange die gesetzte so sind wie im Jahre 1900, werden immer mehr Mütter u Kinder im Stich gelassen werden, krank werden, arm werden, und nach meinem Empfinden werden immer weniger Frauen mit diesen völlig diskriminierenden, nur der Mutter die Verantwortung auflastenden Gesetzen, ein Kind in die Welt setzen.
Es braucht Menschen in der Politik die real und volksoffen sind. Die nicht von oben ihr denken aus meist veralteten Generationen und Beziehungsmodellen verwirklichen wollen, sondern die das hier und jetzt real an sich heranlassen und umsetzen!
Und dazu reicht es nicht Statistiken über die Not, finanziell, wie seelisch, der alleinerziehenden Mütter und Mütter im Allgemeinen in die Medienwelt zu schleudern.
Es braucht Menschen, die bereit sind auch eine Positive, reale und zukunftsorientierte Lösung dafür zu finden und durchzusetzen.
Macht sollte immer dazu genutzt werden, dem zu helfen der sie nicht hat und in Not ist.
Und nicht um sich selber zu verwirklichen!
Ich bin ein nur kleines Rad, ohne macht und Einfluss. Aber all diese kleinen Räder im Ganzen machen den Zustand und die Qualität einer ganzen Maschine aus.
Ich hoffe daher, dass dieser Beitrag die Maschine ein Stück weit in seiner Qualität verbessert und hoffe darauf auch, als kleines Rad ernst genommen zu werden.
Mit freundlichen Grüßen
Nele K.