38000 Kindeswohlgefährdungen in 2013 – 42000 Kinder in Obhut genommen
Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden wurde im vergangenen Jahr bei 38.000 Kindern eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Dieses entspricht in etwa dem Wert des Vorjahres.
Bei 17.000 Kindern habe es sich dabei um Anzeichen einer akuten Kindeswohlgefährdung gehandelt.
Eine akute Kindeswohlgefährdung liegt z.b. dann vor, wenn Anzeichen von Misshandlung, Vernachlässigung oder Kindesmissbrauch vorliegen.
Bei weiteren 21.000 Kindern wurden Anzeichen einer möglichen latente Kindeswohlgefährdung festgestellt.
Maßnahmen bei Kindeswohlgefährdung
Bei einer Kindeswohlgefährdung ergreift das Jugendamt, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit dem Familiengericht Maßnahmen. Im Wesentlichen ergeben sich folgende Handlungsmöglichkeiten
- Das Sorgerecht (oder Teile der elterlichen Sorge) wird dem Elternteil, bzw. den Eltern entzogen und auf den anderen Elternteil oder einen Vormund (z.b. die Großeltern) übertragen
- Das Jugendamt installiert entsprechende Unterstützungsmaßnahmen, um die Kindeswohlgefährdung auszuschalten
- Das Kind wird vom Jugendamt in Obhut genommen
Ursachen der Kindeswohlgefährdung beheben
Der gesunde Menschenverstand legt nahe, das zunächst einmal versucht wird, die Ursachen der Kindeswohlgefährdung zu beseitigen. Bei einer Vernachlässigung würde man dann also gegebenenfalls Gespräche mit den Eltern suchen und die Eltern unterstützen, besser für ihr Kind zu sorgen.
Alternativ wäre, insbesondere bei alleinerziehenden Elternteilen natürlich zu überprüfen, ob der andere Elternteil nicht die Versorgung des Kindes übernehmen könnte.
Als allerletzte Möglichkeit bleibt dann die Herausnahme des Kindes aus der Familie und das Kind wird dann vom Jugendamt in Obhut genommen.
Die letzte Möglichkeit scheint hierbei allerdings die bevorzugte Vorgehensweise des Jugendamtes zu sein. Obgleich es „nur“ 38.000 Kinder gegeben hat, bei denen Anzeichen (!) einer Kindeswohlgefährdung festgestellt wurden, wurden insgesamt mehr als 42.000 Kinder vom Jugendamt in Obhut genommen.
Hier reicht das Mathematikverständnis eines Grundschülers aus, um festzustellen, das da irgendetwas nicht stimmt. Wie kann es sein, das mehr Kinder vom Jugendamt in Obhut genommen werden, als es Kinder gibt, bei denen Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung vorliegen?
6560 Kinder wegen Kindeswohlgefährdung in Obhut genommen
Laut Angaben des Statistischen Bundesamts wurden von den oben genannten 38.000 Kindern insgesamt 6560 Kinder wegen einer Kindeswohlgefährdung in Obhut genommen. Da insgesamt 42.100 Kinder vom Jugendamt in Obhut genommen wurde, liegt der Verdacht nahe, das auch mehr als 35.000 Kinder in Obhut genommen werden, bei denen KEINE Kindeswohlgefährdung festgestellt worden ist.