Was macht ein Fachanwalt für Familienrecht?
Ein Fachanwalt für Familienrecht (Familienanwalt) befasst sich grundsätzlich mit allen Rechtsgebieten aus dem Familienrecht rund um Trennung, Scheidung, Kinder und Unterhalt. Grob kann man die Aufgaben des Fachanwalts für Familienrecht in 2 Bereiche unterteilen.
- finanzielle Auseinandersetzungen mit dem Expartner (Unterhalt, Versorgungsausgleich)
- Auseinandersetzungen rund um das Kind (Sorgerecht, Umgangsrecht)
Häufig sind die Auseinandersetzungen rund um das Kind anschließende Voraussetzungen für finanzielle Auseinandersetzungen mit dem Expartner / der Expartnerin. Verdienen beide Eltern in etwa gleich gut (oder beide gar nichts) und einigen sich beide Eltern beispielsweise bei der Auseinandersetzung darum, das sie das Kind wechselweise betreuen, so erhöht sich die Warscheinlichkeit, das es weniger finanzielle Auseinandersetzungen gibt, bzgl. derer man eine gerichtliche Auseinandersetzung führen muss. Eine Einigung mit dem Expartner/ der Expartnerin über die Belange des Kindes betreffend schützt natürlich nicht 100%ig vor finanziellen Streitigkeiten. Es ist jedoch warscheinlich das Trennungseltern die sich zum Wohle des Kindes verständigt haben, sich auch über die finanziellen Angelegenheiten eher einigen können.
Woran erkennt man gute Familienanwälte?
Rein optisch kann man einen guten Familienanwalt schwer erkennen. Ein entscheidendes Kriterium für einen guten Familienanwalt dürfte beispielsweise sein, ob dieser ein ausgewiesener Fachanwalt für Familienrecht ist, oder ob Familienrecht lediglich ein sogenannter Interessenschwerpunkt für ihn ist.
Darüber hinaus gibt es wenig allgemeinverbindliche Kriterien, nach denen man die Arbeit eines Familienanwalts bewerten könnte. Für einige ist sicherlich ein Anwalt gut, der sehr streitlustig ist und der die Interessen des Mandanten versucht mit allen Mitteln durchzusetzen, für andere ist es wahrscheinlich wichtiger, das der Familienanwalt sich für die Interessen des Kindes interessiert.
Gibt es gute Fachanwälte für Familienrecht?
Ja die gibt es. Grundsätzlich wird warscheinlich jeder Fachanwalt für Familienrecht behaupten, das er gut ist. Aber es gibt natürlich auch sehr gute Fachanwälte für Familienrecht. Was ein guter Fachanwalt für Familienrecht ist, muss jeder für sich alleine entscheiden. Für uns ist ein sehr guter Fachanwalt für Familienrecht insbesondere so ein Anwalt, der die Interessen des Kindeswohls über die Interessen einzelner Mandanten stellt.
Was kostet ein guter Fachanwalt für Familienrecht?
Die Kosten für einen guten Familienanwalt sibnd im Rechtsanwaltsgebührengesetz geregelt. Die Mehrzahl der Familienanwälte rechnet ihre Gebühren anhand des vom Gericht festgesetzten Streitwert anhand der entsprechenden „Gebührentabellen“ ab. Bekommen Eltern Verfahrenskostenhilfe werden im allgemeinen auch nur diese Kosten ersetzt, die nach der entsprechenden Tabelle abgerechnet worden wären.
Natürlich steht es den Familienanwälten frei, für ihre Arbeit abweichend von der Tabelle höhere Entgelte gesondert mit dem Mandanten zu vereinbaren. Ein sehr guter Familienrechtsanwalt wird mit seinen Mandanten grundsätzlich auch immer eine höhere Vergütung vereinbaren, bzw. es zumindest versuchen oder gegebenenfalls den Fall ansonsten ablehnen.
Was verdienen Fachanwälte für Familienrecht?
Rechnet ein Anwalt nach der entsprechenden Gebührentabelle ab, so bekommt er für eine normale Familienrechtsstreitigkeit ein paar hundert Euro. Von diesem Geld muss der Anwalt seine (Büro-)Miete bezahlen, seine Mitarbeiter/Innen, seine Fachliteratur, Fortbildungen und vieles mehr und am Ende soll für ihn auch noch etwas übrig bleiben. Anwälte sind auch „Unternehmer“ die wirtschaftlichen Interessen verfolgen und Geld verdienen müssen. So ist es logisch und nachvollziehbar, dass ein Anwalt für ein paar hundert Euro nicht zig Stunden arbeiten kann, ohne seine Existenz zu gefährden.
Verdienst eines Familienanwalts – Ein Rechenbeispiel
Bekommt der Anwalt je Fall beispielsweise rund 500 € und hat 10 (neue!) Fälle im Monat macht das 5000 €. Zieht man hiervon die Kosten für Büromiete (1000 € in mittlerer Lage) und die Kosten einer Rechtsanwaltsgehilfin (2000 € mit Lohnnebenkosten, Teilzeit) ab, blieben dem Rechtsanwalt selbst 2000 €. Zieht man davon die weiteren Kosten (Krankenversicherung ein paar hundert Euro, Steuern usw.) ab, verdient der Familienanwalt weniger Geld als so mancher ungelernter Hilfsarbeiter.
Als Familienanwalt entweder klasse oder Masse
Um wirtschaftlich erfolgreich arbeiten zu können muss der Anwalt also entweder eine Vielzahl von Fällen innerhalb einer gewissen Zeit bearbeiten, sodass er sich nicht intensiv um den Fall kümmern kann oder er bearbeitet weniger Fälle und muss dafür eine höhere Vergütung verlangen. Auch ein Fachanwalt für Familienrecht kann nicht umsonst gratis arbeiten.
Wie arbeiteten Fachanwälte für Familienrecht?
Für die meisten Familienanwälte scheint es einfacher erst mal so viele Fälle wie möglich zu bearbeiten, um mehr Geld zu verdienen. Aus einem „Fall“ macht der Anwalt dann gerne auch mal mehrere Fälle, so das er dann nicht nur einen Fall abrechnen kann, sondern sowohl die Streitigkeit um das Sorgerecht als auch Streitigkeiten zum Thema Unterhalt und Umgang abrechnen kann. Mit jedem neuen Verfahren kann der Anwalt wieder neu abrechnen. Für den Anwalt rechnet es sich daher, auch wenn es z.b. jedes Jahr oder mehrmals im Jahr eine Streitigkeit über den Umgang gibt oder wenn er zusätzlich zu den „normalen“ Verfahren noch Antrage im einstweiligen Anordnungsverfahren anstrebt. Aus einem einzigen Fall werden für den Anwalt/ die Anwältin also mehrere Verfahren, die zu einer soliden Einnahmestruktur führen. Jede Beschwerde führt den Anwalt in die nächst höhere Instanz (OLG), bei der er dann wieder neu „abrechnen“ darf. Auf diese Art kommen schnell ein paar tausend Euro Anwaltsgebühren (= Einnahmen für den Anwalt bzw. für die Anwaltskanzlei) zusammen. Empfehlen die Anwälte ihren Mandanten hingegen z.b. das Wechselmodell und einigen sich die Eltern außergerichtlich hierauf, gibt es keinen Streit mehr über das Sorgerecht, keinen Streit über das Aufenthaltsbestimmungsrecht, keine Streitigkeiten über den Umgang und wahrscheinlich auch keine Streitigkeiten über den Unterhalt. Sind die Eltern vorher nicht miteinander verheiratet gewesen, fallen da auch keine weiteren Scheidungskosten (= Einnahmen für den Anwalt) an.
Fachanwalte für Familienrecht dürfen auf Kindeswohl keine Rücksicht nehmen
Der Fachanwalt für Familienrecht verdient also nur dann Geld, wenn die Eltern sich so viel wie möglich miteinander streiten. Der Anwalt wird also gezwungen die Eltern in einen Streit zu „locken“ um Geld zu verdienen. Auf das Wohl des Kindes und die Belastung der Mutter (Burn Out) kann der Anwalt keine Rücksicht nehmen, wenn er Geld verdienen will.
Ein sehr guter Anwalt verzichtet auch solche Spielchen. Der sehr gute Anwalt möchte aber genau soviel verdienen wie der andere Anwalt, der etwas weniger gut ist. Er will sich intensiv um seinen Mandanten kümmern und will sich auch Zeit für den Mandanten nehmen. Es ist also verständlich, das ein sehr guter Anwalt mehr Geld für seine Arbeit verlangt.
Abzocke bei Fachanwälten für Familienrecht
Natürlich gibt es auch Anwälte die höhere Gebühren verlangen, aber sich dennoch nicht (intensiv) um ihre Mandanten kümmern. Höhere Anwaltsgebühren sind also nicht immer ein Anzeichen dafür, das der Anwalt sehr gut arbeitet.
Warum machen viele gute Anwälte kein Familienrecht?
Familienrecht ist das meist pervertierte Recht in Deutschland. Aus dem Leben eines Kindes wird schnell ein „Streitobjekt“. Viele Fachanwälte für Familienrecht scheinen sich dieser Verantwortung gegenüber dem Kind zumindest zeitweise nicht bewusst zu sein. Es gibt Anwaltskanzleien die auch unmissverständlich zugeben, das sie das Wohl des Kindes nicht interessiert und das sie die Rechte des Kindes nicht respektieren und eine Schädigung des Kindeswohls zur Durchsetzung finanzieller Interessen billigend in Kauf nehmen. Solch ein Verhalten ist zwar vielleicht moralisch verwerflich, zieht jedoch keine Konsequenzen nach sich und wird auch von der Rechtsanwaltskammer nicht beanstandet.
Fachanwälte für Familienrecht sind schlecht bezahlt
Im Familienrecht ist es schwer Geld zu verdienen. Anwälte die sich z.b. auf Wirtschaftsrecht spezialisieren und z.b. Unternehmen beraten, verlangen für ihre Arbeit häufig Stundensätze von 250 € pro Stunde und mehr. Von solch einem Honorar können auch die besten Fachanwälte für Familienrecht nur träumen.
Im Vergleich zu den meisten anderen Rechtsgebieten erscheint Familienrecht äußert unlukrativ. Zu dem Druck, gegebenenfalls auch die Schädigung eines Kindes billigend in Kauf nehmen zu müssen kommt eine vergleichsweise schlechte Bezahlung. So verwundert es nicht, das viele Juristen das Rechtsgebiet Familienrecht gerne umgehen.
Es gibt sehr gute Fachanwälte für Familienrecht
Natürlich gibt es trotzdem sehr gute Fachanwälte für Familienrecht. Sehr gute Fachanwälte im Familienrecht sind jedoch scheinbar Mangelware. Eine entsprechende Datenbank mit sehr guten Fachanwälten für Familienrecht gibt es nicht. Auch wir halten uns mit diesbezüglichen Empfehlungen zurück und bitten daher unsere Leser um entsprechende Hinweise zu sehr guten Fachanwälten aus dem Bereich Familienrecht.
Familienanwälte Erfahrungsberichte, Empfehlungen und Warnungen
Haben Sie eigene Erfahrungen mit Fachanwälten für Familienrecht gemacht und möchten Sie gute Fachanwälte für Familienrecht empfehlen (oder vor anderen Anwälten warnen?), dann bitten wir Sie in einem Kommentar den entsprechenden Anwalt zu empfehlen. Um Verwechslungen zu vermeiden, geben Sie bitte nicht nur den Namen des Anwalts, sondern weitere Kontaktdaten (Ort, Link zur Seite des Anwalts) an. Bitte begründen Sie auch, warum Sie den Familienanwalt oder die Familienanwältin empfehlen, bzw. warum sie vor ihm/ihr warnen möchten. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem betroffenen Anwalt gemacht?
Sind Sie selber ein Fachanwalt für Familienrecht und möchten sich mit Ihrer Tätigkeit oder Ihrer Kanzlei hier kurz vorstellen, dann können Sie natürlich auch einen Kommentar hinterlassen und somit kostenlos für Ihre Kanzlei oder für sich selber werben.