Neue Seminare für Trennungseltern

Neue (kostenlose) Onlineseminare für Trennungseltern

Frage Antwort
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ab sofort wird es neue kostenlose Onlineseminare (sogenannte Webinare) für Trennungseltern geben.

Geplant ist, das diese Onlineseminare alle 1 – 2 Wochen stattfinden.
In jedem dieser Onlineseminare werde ich mich einem speziellen Thema widmen und dann auch jeweils in die Tiefe gehen zu diesem Thema.

Das

Beginnen tun wir mit folgenden Themen an folgenden Terminen

Donnerstag 28.05.2020 20:00 Uhr bis ca 21:00 Uhr Familienrecht verstehen
(Achtung: Verschoben! Der ursprüngliche Termin war 21.05.)

Aufgaben, Funktionen und Rechte der einzelnen Verfahrensbeteiligten

  • Welche Verfahrensbeteiligten gibt es im familienrechtlichen Verfahren
  • Wer ist neben den Verfahrensbeteiligten noch am Verfahren beteiligt?
  • Was ist der Unterschied zwischen Verfahrensbeteiligten und an denen die zu beteiligen sind?
  • Wer hat welche Aufgabe?
  • Wer hat welche Funktionen?
  • Wer hat welche Rechte?
  • Welche Interessenkonflikte gibt es?

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich rechtzeitig zu dem Seminar an.
Für die Anmeldung benutzen Sie folgenden Link:

https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_cWEBf44rQSeYIRtrkppF3A




Donnerstag 04.06.2020 20:00 Uhr bis ca 21:00 Uhr: Das Jugendamt im familiengerichtlichen Verfahren

  • Wie funktioniert das Jugendamt?
  • Welche Aufgaben hat das Jugendamt?
  • Warum funktioniert so vieles beim Jugendamt nicht?
  • Wo und wie kann ich mich erfolgreich beim Jugendamt beschweren?
  • Vorurteile über das Jugendamt auf dem Prüfstand

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich rechtzeitig zu dem Seminar an.
Für die Anmeldung benutzen Sie folgenden Link:

https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_CtyBZYiTTKSRpjqzQdEhPg

Donnerstag 18.06.2020 20:00 Uhr bis ca 21:00 Uhr: Kind im Mittelpunkt

glückliches Kind
glückliches Kind
  • Das Kind im Mittelpunkt familienrechtlicher Auseinandersetzungen.
  • Die Bedürfnisse des Kindes erkennen und in den Mittelpunkt stellen
  • Die Rechte des Kindes stärkenWie funktioniert das Jugendamt?

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich rechtzeitig zu dem Seminar an.
Für die Anmeldung benutzen Sie folgenden Link:

https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_0NoMCKLnS1aqQE98WWNIfQ

Teilnahme an den Seminaren kostenlos

Die Teilnahme an den Seminaren ist kostenlos. Das einzige was Sie machen müssen, ist sich jeweils für das Seminar anmelden. Wenn Sie im Vorfeld Fragen zu den einzelnen Seminaren haben, die Sie im Seminar beantwortet haben möchten, können Sie uns diese auch gerne per Email vorab zukommen lassen.




 

 

Anforderungen an einen Verfahrensbeistand

In Kindschaftssachen wird in der Regel ein Verfahrensbeistand bestellt.

Zwischen den Fronten.Kinder im Scheidungskrieg. Wenn das Kind zur Waffe wird.
Zwischen den Fronten.Kinder im Scheidungskrieg. Wenn das Kind zur Waffe wird.

Der Verfahrensbeistand hat das Interesse des Kindes festzustellen und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen. Er hat das Kind über Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang des Verfahrens in geeigneter Weise zu informieren.
Soweit nach den Umständen des Einzelfalls ein Erfordernis besteht, kann das Gericht dem Verfahrensbeistand die zusätzliche Aufgabe übertragen, Gespräche mit den Eltern und weiteren Bezugspersonen des Kindes zu führen, sowie am Zustandekommen einer einvernehmlichen Regelung über den Verfahrensgegenstand mitzuwirken.
Das Gericht hat Art und Umfang der Beauftragung konkret festzulegen und die Beauftragung zu begründen. $158 FamFG (4)

Wird die Verfahrensbeistand berufsmäßig geführt, erhält der Verfahrensbeistand für die Wahrnehmung seiner Aufgaben(….) eine Vergütung in Höhe von 350 € bzw. 550 € (158FamFG)

Und genau hier liegt eines der größten Probleme. Bereits mit der Beauftragung hat der Verfahrensbeistand sein Geld verdient. Unabhängig davon, ob er nur 1 Stunde in das Verfahren investiert oder sich sehr viel Zeit für das Verfahren nimmt.

Ist diese Regel zeitgemäß? Was erwarten Väter, Mütter und Kinder von einem „Guten Verfahrensbeistand“. Wie viel Zeit muss ein Verfahrensbeistand investieren? Was genau ist mit der Formulierung gemeint, das der Verfahrensbeistand „Gespräche mit den Eltern und weiteren Bezugspersonen führen soll und an einer einvernehmlichen Regelung mitzuwirken“. Ist das nicht sehr zeitintensiv? Reicht hierfür eine Bezahlung von 550 € aus? Oder muss diese Aufgabe an Staatsdienstler (Jugendamt?) übertragen werden?

Hierzu erbitte ich Kommentare und Anregungen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Verfahrensbeiständen gemacht? Was läuft gut bei Verfahrensbeiständen und was kann/muss verbessert werden?

Über konstruktive Vorschläge und Anregungen in Form von Kommentaren bedanken wir uns

Detlev Pfender

Detlev Pfender Sachverständiger im Familienrecht in Göttingen und Umgebung

Detlev Pfender ist Sachverständiger im Familienrecht in Göttingen und Umgebung und wird unter anderem von den dortigen/umliegenden Familiengerichten zur Erstellung von Sachverständigengutachten in familienrechtlichen Angelegenheiten (z.b. Sorgerechtsfragen, Umgangsverfahren) beauftragt.

Detlev Pfender
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Nikolausberger Weg 69
37073 Göttingen

Telefon: 0511 – 790 88 16

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Wolfgang Bott

Wolfgang Bott Sachverständiger im Familienrecht in Lübeck und Umgebung

Wolfgang Bott ist Sachverständiger im Familienrecht in Lübeck und Umgebung und wird unter anderem von den dortigen/umliegenden Familiengerichten zur Erstellung von Sachverständigengutachten in familienrechtlichen Angelegenheiten (z.b. Sorgerechtsfragen, Umgangsverfahren) beauftragt.

Wolfgang Bott
Sachverständiger für Familienrecht
Wickedestr. 12
23554 Lübeck

Telefon: 0451 – 20 95 42 09
Mobil: 0179 – 393 10 20
E-Mail: info@wolfgangbott.de
Internet: https://www.wolfgangbott.de

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Die kluge Else

Ein grimmsches Märchen über histrionische Persönlichkeitseigenschaften bei Frauen

Es war ein Mann, der hatte eine Tochter, die hieß die kluge Else. Als sie nun erwachsen war, sprach der Vater: „Wir wollen sie heiraten lassen“. „Ja“, sagte die Mutter, „wenn nur einer käme, der sie haben wollte.“

Endlich kam von weiter einer, der hieß Hans, und hielt um sie an, er machte aber die Bedingung, dass die kluge Else auch recht gescheit wäre. „Oh“, sprach der Vater, „die hat Zwirn im Kopf“. Und die Mutter sagte: „Ach, die sieht den Wind auf der Gasse laufen und hört die Fliegen husten.“ „Ja“, sprach der Hans, „wenn sie nicht recht gescheit ist, so nehme ich sie nicht.“

Als sie nun zu Tisch saßen und gegessen hatten, sprach die Mutter: „Else, geh in den Keller und hol Bier“. Da nahm die kluge Else den Krug von der Wand, ging in den Keller und klapperte unterwegs brav mit dem Deckel, damit ihr die Zeit ja nicht lang würde. Als sie unten war, holte sie ein Stühlchen und stellte es vors Fass, damit sie sich nicht zu bücken brauchte und ihrem Rücken etwa nicht weh täte und unverhofften Schaden nähme.

Dann schob sie die Kanne mit dem Fuße vor sich und drehte den Hahn auf, und während der Zeit, dass das Bier hineinlief, wollte sie doch ihre Augen nicht müßig lassen und sah oben an die Wand hinauf und erblickte nach vielem Hin- und Herschauen eine Kreuzhacke gerade über sich, welche die Maurer da aus Versehen hatten stecken lassen. Da fing die kluge Else an zu weinen und sprach: „Wenn ich den Hans kriege, und wir kriegen ein Kind, und das ist groß, und wir schicken das Kind in den Keller, dass es hier soll Bier zapfen, so fällt ihm die Kreuzhacke auf den Kopf und schlägt es tot“. Da blieb sie sitzen und weinte aus Leibeskräften über das bevorstehende Unglück.

Oben saßen sie und warteten auf den Trank, aber die kluge Else kam immer nicht. Da sprach die Frau zur Magd: „Geh doch hinunter in den Keller und sieh, wo die Else bleibt.“ Die Magd ging und fand sie vor dem Fasse sitzend und laut schreiend. „Else, was weinst du?“, fragte die Magd. „Ach“, antwortete sie, „Soll ich nicht weinen? Wenn ich den Hans kriege, und wir kriegen ein Kind, und das ist groß und soll hier Trinken zapfen, so fällt ihm vielleicht die Kreuzhacke auf den Kopf und schlägt es tot.“ Da sprach die Magd: „Was haben wir für eine kluge Else!“, setzte sich zu ihr und fing auch an über das Unglück zu weinen.

Über eine Weile, als die Magd nicht wieder kam, und die droben durstig nach dem Trank waren, sprach der Mann zum Knecht: „Geh doch hinunter in den Keller und sieh, wo die Else und die Magd bleibt“. Der Knecht ging hinab, da saß die kluge Else und die Magd, und weinten beide zusammen. Da fragte er: „Was weint ihr denn?“ „Ach“, sprach die Else, „soll ich nicht weinen? Wenn ich den Hans kriege, und wir kriegen ein Kind, und das ist groß und soll hier Trinken zapfen, so fällt ihm die Kreuzhacke auf den Kopf, und schlägt es tot.“ Da sprach der Knecht: „Was haben wir für eine kluge Else!“, setzte sich zu ihr und fing auch an laut zu heulen.

Oben warteten sie auf den Knecht, als er aber immer nicht kam, sprach der Mann zur Frau: „Geh doch hinunter in den Keller und sieh, wo die Else bleibt.“ Die Frau ging hinab und fand alle drei in Wehklagen, und fragte nach der Ursache, da erzählte ihr die Else auch, dass ihr zukünftiges Kind wohl würde von der Kreuzhacke totgeschlagen werden, wenn es erst groß wäre und Bier zapfen sollte, und die Kreuzhacke fiele herab. Da sprach die Mutter gleichfalls: „Ach, was haben wir für eine kluge Else!“, setzte sich hin und weinte mit.

Der Mann oben wartete noch ein Weilchen, als aber seine Frau nicht wieder kam und sein Durst immer stärker ward, sprach er: „Ich muss nur selber in den Keller gehen und sehen, wo die Else bleibt.“ Als er aber in den Keller kam, und alle da beieinander saßen und weinten, und er die Ursache hörte, dass das Kind der Else schuld wäre, das sie vielleicht einmal zur Welt brächte und von der Kreuzhacke könnte totgeschlagen werden, wenn es gerade zur Zeit, wo sie herab fiele, darunter säße, Bier zu zapfen. Da rief er: „Was für eine kluge Else!“, setzte sich und weinte auch mit.

Der Bräutigam blieb lange oben allein. Da niemand wiederkommen wollte, dachte er: „Sie werden unten auf dich warten, du musst auch hingehen und sehen, was sie vorhaben“. Als er hinab kam, saßen da Fünfe und schrieen und jammerten ganz erbärmlich, einer immer besser als der andere. „Was für ein Unglück ist denn geschehen?“, fragte er. „Ach, lieber Hans“, sprach die Else, „wann wir einander heiraten und haben ein Kind, und es ist groß, und wir schicken es vielleicht hierher Trinken zu zapfen, da kann ihm ja die Kreuzhacke, die da oben ist stecken geblieben, wenn sie herabfallen sollte, den Kopf zerschlagen, dass es liegen bleibt! Sollen wir da nicht weinen?“ „Nun“, sprach der Hans, „mehr Verstand ist für meinen Haushalt nicht nötig. Weil du so eine kluge Else bist, so will ich dich haben“, packte sie bei der Hand und nahm sie mit hinauf und hielt Hochzeit mit ihr.

Als sie den Hans eine Weile hatte, sprach er: „Frau ich will ausgehen arbeiten und uns Geld verdienen, geh du ins Feld und schneid das Korn, dass wir Brot haben“. „Ja, mein lieber Hans, das will ich tun.“ Nachdem der Hans fort war, kochte sie sich einen guten Brei und nahm ihn mit ins Feld. Als sie vor den Acker kam, sprach sie zu sich selbst: „Was tu ich? Schneid ich eher, oder esse ich eher? Hei, ich will erst essen.“ Nun aß sie ihren Topf mit Brei aus, und als sie dick satt war, sprach sie wieder: „Was tu ich? Schneid ich eher, oder schlaf ich eher? Hei, ich will erst schlafen.“ Da legte sie sich ins Korn und schlief ein.

Der Hans war längst zu Haus, aber die Else wollte nicht kommen. Da sprach er: „Was hab ich für eine kluge Else, die ist so fleißig, dass sie nicht einmal nach Hause kommt und isst“. Als sie aber noch immer ausblieb, und es Abend ward, ging der Hans hinaus und wollte sehen, was sie geschnitten hätte. Aber es war nichts geschnitten, sondern sie lag im Korn und schlief. Da eilte Hans geschwind heim und holte ein Vogelgarn mit kleinen Schellen und hängte es um sie herum; und sie schlief noch immer fort. Dann lief er heim, schloss die Haustüre zu und setzte sich auf seinen Arbeitsstuhl nieder.

Endlich, wie es schon ganz dunkel war, erwachte die kluge Else, und als sie aufstand, rappelte es um sie herum bei jedem Schritte, den sie tat. Da erschrak sie, ward irre, ob sie auch wirklich die kluge Else wäre und sprach: „Bin ich es, oder bin ich es nicht?“ Sie wusste aber nicht, was sie darauf antworten sollte und stand eine Zeitlang zweifelhaft. Endlich dachte sie: „Ich will nach Haus gehen und fragen, ob ich es bin oder ob ich es nicht bin, die werden es ja wissen.“ Sie lief vor ihre Haustüre, aber die war verschlossen.

Da klopfte sie an das Fenster und rief: „Hans, ist die Else drinnen?“ „Ja“, antwortete der Hans, „sie ist drinnen.“ Da erschrak sie und sprach: „Ach Gott, dann bin ich es nicht“, und ging vor eine andere Tür; als aber die Leute das Klingeln der Schellen hörten, wollten sie nicht aufmachen, und sie konnte nirgends unterkommen. Da lief sie fort zum Dorfe hinaus, und niemand hat sie wieder gesehen.

Geburtskarten in zig Versionen

Der schönste Moment im Leben von Eltern

Der Tag, an dem Eltern ihr Kind das erste Mal im Arm halten, gilt wohl als der schönste Tag im Leben von Eltern. Dieser Moment ist etwas ganz Besonderes für die jungen Eltern und könnte für Sie ein Anlass sein, zu zeigen, dass Sie sich Gedanken gemacht haben in Form von persönlich verfassten Glückwünschen. Es gibt Geburtskarten in zig Versionen und viele kennen das Problem, dass es ihnen schwerfällt, die richtigen Worte zur Geburt zu finden. Keiner möchte seine Wertschätzung in Form eines Standardspruchs zeigen. Jeder möchte durch einen individuellen Spruch zur Geburt zeigen, wie sehr man sich über die Geburt und das neue Familienglück freut. Sie benötigen dafür kein großes Geschenk – vor allem, wenn die frisch gebackenen nicht zum engen Familienkreis gehören. Bereits mit einer persönlich geschriebenen Karte können Sie den Eltern eine große Freude machen. Wenn Sie bereits ein Geschenk besorgt haben, kann eine Karte für Ihre ganz persönliche Note sorgen. Weiterlesen „Geburtskarten in zig Versionen“

Wechselmodell auch gegen den Willen eines Elternteils

Hammer Gericht
Hammer Gericht

Am 01.02.2017 entschied der Bundesgerichtshof, das ein Wechselmodell auch gegen den Willen eines Elternteils angeordnet werden kann. Der Bundesgerichtshof argumentierte im Wesentlichen wie folgt:

„Eine gerichtliche Umgangsregelung, die im Ergebnis zu einer gleichmäßigen Betreuung des Kindes durch beide Eltern im Sinne eines paritätischen Wechselmodells führt, wird vom Gesetz nicht ausgeschlossen. Auch die Ablehnung des Wechselmodells durch einen Elternteilhindert eine solche Regelung für sich genommen noch nicht. Entscheidender Maßstab der Regelung ist vielmehr das im konkreten Einzelfall festzustellende Kindeswohl.“

Weiterlesen „Wechselmodell auch gegen den Willen eines Elternteils“

5 Witzige Facts über Männer und Frauen

Männer vs. Frauen – ein Duell, so alt ist wie die Welt selbst. Wer parkt am besten ein? Wer ist ordentlicher im Haushalt? Und wer ist komplizierter in der Beziehung? Im Kopf-an-Kopf-Rennen zählt jeder Punkt! Dabei nehmen sich die zwei Geschlechter wohl beide nicht viel. Denn insgeheim hat so jede Schöpfung Gottes jede Menge kleine Macken, über die das andere Geschlecht schmunzeln muss. Doch so hart das Rennen um „das bessere Geschlecht“ ist und so nervtötend die eine oder andere Macke der Männer und Frauen sind, so sehr bereichern sie unser Leben. Wie zum Beispiel bei den folgenden Fakten, die uns ein ums andere Mal zum Lachen bringen. Weiterlesen „5 Witzige Facts über Männer und Frauen“

BVerfG: der Wille des Kindes muss ausreichend berücksichtigt werden

Bei der Prüfung von Sorgerechtsentscheidungen, die einen Obhutswechsel zum Gegenstand haben, legt das BVerfG einen strengeren Maßstab zugrunde

Urteil Hammer
Urteil Hammer

Hat der (geäußerte) Kindeswille bei einem Kleinkind noch eher geringes Gewicht, weil das Kind noch nicht in der Lage ist, sich einen eigenen Willen zu bilden, so kommt ihm mit zunehmenden Alter und Einsichtfähigkeit des Kindes vermehrt Bedeutung zu.

Jede gerichtliche Lösung eines Konflikts zwischen den Eltern, die sich auf die Zukunft des Kindes auswirkt, muss nicht nur auf das Wohl des Kindes ausgerichtet sein, sondern das Kind auch in seiner Individualität als Grundrechtsträger berücksichtigen, weil die sorgerechtliche Regelung entscheidenden Einfluss auf das weitere Leben des Kindes nimmt und es daher unmittelbar betrifft.

Im Verfahren 1 BvR 311/08 vom 27.06.2008 ging es um einen „überdurchschnittlich“ entwickelten 11-jährigen Jungen, dessen Wunsch es über einen längeren Zeitraum hinweg war, in die Obhut seines Vaters zu wechseln. Das OLG verweigerte dem Jungen zunächst diesen Wunsch. Das Bundesverfassungsgericht war jedoch der Meinung, das diesem Wunsch des Kindes nachgekommen werden muss.

Die Willensäußerungen eines Kindes sind in seiner Ausprägung als Ausdruck seiner mit zunehmenden Alter immer ernster zu nehmenden Selbstbestimmtheit jedenfalls dann Gewicht, wenn das Kind diesen Wunsch nachvollziehbar und ohne festgestellte Beeinflussung geäußert hat und beide Eltern annähernd über eine gleiche Erziehungseignung verfügen.

Weiterführende Informationen:

FamRZ 2008,1737  DokNr. 20081737001 http://www.famrz.de/

Internetseite des Bundesverfassungsgerichts (hier klicken)