Väter ohne Kinder

Was für Männer nach einer Trennung auf dem Spiel steht

Die Autorin Andrea Micus hat ein Buch herrausgebracht, in denen sie das Leid von Trennungsvätern beschreibt.

Die Autorin stellt in „Väter ohne Kinder“ Einzelschicksale von Vätern vor, die nach der Trennung und Scheidung als Vater „entsorgt“ worden sind.

In der Beschreibung zum Buch heisst es:

Viele Männer verlieren nach einer Trennung nicht nur die Partnerin, sondern auch den Kontakt zu ihren Kindern. Andrea Micus, die diese Situation aus der eigenen Familie kennt, schildert die oft dramatische Lage diese Väter. Ihre Beispiele verdeutlichen das persönliche Leid und auch die gesellschaftliche Relevanz. Zugleich skiziiert sie mögliche Lösungswege – zum Wohl aller Familienmitglieder…

Das Buch „Väter ohne Kinder“ bietet einen tollen Einblick in die seelische Belastung denen Trennungsväter ausgesetzt sind. Was aus dem Buch nicht klar wird, wer die Zielgruppe für dieses Buch ist. Sind es die Trennungsväter, denen aufgezeigt werden soll welches Leid sie noch zu erwarten haben und das ihnen dabei hilft noch weiter im Selbstmitleid zu ertrinken? Das Buch enthält zwar einige gute Vorschläge für Trennungsväter, aber eine richtige Strategie für Trennungsväter (wie man eben als Trennungsvater nicht leiden muss) findet sich in dem Buch nicht.

In dem Buch wird das Cochemer Modell angesprochen und auch das Wechselmodell (und dessen Vorteile) wieder mal vorgestellt. Das sind Sachen, die die meisten Trennungsväter wissen und sicherlich gerne in der Praxis auch umsetzen wollen, nur kann ein Trennungsvater das Cochemer Modell an seinem Familiengericht nicht einführen.

Aus meiner Sicht bietet das Buch wenig echte Hilfe für Trennungsväter. Was nützt einem das beste Wechselmodell in der Theorie, wenn man nicht weis, wie man das vor Gericht durchbekommt?

Vielleicht ist das Buch ja an Freunde der Trennungseltern zu empfehlen. Immerhin deuten die Ansprache im ersten Kapitel darauf hin, weil hier auch bewusst Freunde der Trennungseltern und die Ersatzväter angesprochen werden und unaufgefordert Ratschläge von der Autorin erhalten.

Die meisten Freunde von Trennungseltern und auch die Ersatzväter dürften aber sicherlich andere Interessen haben als sich darüber zu informieren wie schlecht es „Vätern“ geht, die sich getrennt haben. Schliesslich will kein (noch nicht getrennter) Vater sich dieses Schicksal vor Augen führen und sich mit diesem Leid auch nicht beschäftigen (zumal das Buch ihm dann auch nur wenige Lösungsvorschläge bietet)

Das Buch benennt viele „Schuldige“, und ruft für mehr Unterstützung für Trennungsväter auf., obgleich Trennungsväter selbst mit diesem Buch wenig nennenswerte Unterstütung erhalten.

Vielleicht habe ich auch schon zu viel Leid der Väter gesehen und kann dieses ständige Rumgeheule der Väter (die in ihrem Selbstmitleid ertrinken und irgendwann daran zu Grund gehen) nicht mehr ertragen.

Falls sie – trotz meiner negativen Buchkritik-  dieses Buch kaufen (gibt es im Buchhandel für 15,99€ ISBN 978-3-466-31018-0) oder schon gekauft haben und eine andere Meinung über dieses Buch haben, so freue ich mich über einen Kommentar auf meiner Seite.

Führt man sich das Schicksal der in dem Buch beschriebenen Väter vor Augen, so kann einem hierbei wirklich schlecht werden. Die ausgewählten Väter sind keine Einzelfälle, sondern sie zeigen anschaulich wie Väter systematisch entsorgt Väter und das Opfer der heutigen Familienpolitik sind.

Insofern wäre es wünschenswert, das dieses Buch den unbeteiligten Dritten zukommt, damit diese sich in die Lage der entsorgten Väter reinversetzen können. (Wobei ich es für unwarscheinlich halte, das diese sich für dieses Thema interessieren)

One thought on “Väter ohne Kinder

  1. Papa-Thomas 21/09/2015 at 12:22

    Einzelschicksale von Vätern ? sind dass immer nur Einzelschicksale ? oder ist nicht ein System zuerkennen wie Väter Entsorgt werden ?

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