BVerfG: der Wille des Kindes muss ausreichend berücksichtigt werden

Bei der Prüfung von Sorgerechtsentscheidungen, die einen Obhutswechsel zum Gegenstand haben, legt das BVerfG einen strengeren Maßstab zugrunde

Urteil Hammer
Urteil Hammer

Hat der (geäusserte) Kindeswille bei einem Kleinkind noch eher geringes Gewicht, weil das Kind noch nicht in der Lage ist, sich einen eigenen Willen zu bilden, so kommt ihm mit zunehmenden Alter und Einsichtfähigkeit des Kindes vermehrt Bedeutung zu.

Jede gerichtliche Lösung eines Konflikts zwischen den Eltern, die sich auf die Zukunft des Kindes auswirkt, muss nicht nur auf das Wohl des Kindes ausgerichtet sein, sondern das Kind auch in seiner Individualität als Grundrechtsträger berücksichtigen, weil die sorgerechtliche Regelung entscheidenden Einfluss auf das weitere Leben des Kindes nimmt und es daher unmittelbar betrifft.

Im Verfahren 1 BvR 311/08 vom 27.06.2018 ging es um einen „überdurchschnittlich“ entwickelten 11 jährigen Jungen, dessen Wunsch es über einen längeren Zeitraum hinweg war, in die Obhut seines Vaters zu wechseln. Das OLG verweigerte dem Jungen zunächst diesen Wunsch. Das Bundesverfassungsgericht war jedoch der Meinung, das diesem Wunsch des Kindes nachgekommen werden muss.

Die Willensäußerungen eines Kindes ist in seiner Ausprägung als Ausdruck seiner mit zunehemnden Alter immer ernstewr zu nehmenden Selbstbestimmtheit jedenfalls dann Gewicht, wenn das Kind diesen Wunsch nachvollziehbar und ohne festgestellte Beeinflussung geäussert hat und beide Eltern annähernd über eine gleiche Erziehungseignung verfügen.

weiterführende Informationen:

FamRZ 2008,1737  DokNr. 20081737001 http://www.famrz.de/

Internetseite des Bundesverfassungsgerichts (hier klicken)




One thought on “BVerfG: der Wille des Kindes muss ausreichend berücksichtigt werden

  1. Avatar
    Entrechteter Vater 09/12/2017 at 23:16

    Was nützt der Wille des Kindes, wenn der Gutachter im Vorfeld, die Erziehungseignung zunichte gemacht hat? Außerdem da die Jugendämter und deren Schergen(Verfahrensbeistand, Ergänzungspfleger, alle Halbgötter-sprich Pädagogen), es durchaus zu verhindern verstehen, daß das Kind sich vor Gericht äußern kann, wird man den Willen des Kindes, gegenwärtig nie Erfahren!

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